S Cup
2002 - KurzberichtStand 07.12.02, bk
[Mit Fotos von Gerhard Fließ, Hans Albert - vielen Dank - und bk]

Zum 18. Mal fand heuer wieder der SCup, der schon traditionelle Cup des NCA (Nautic Club Austria) statt. Entstanden als Cup der Steirischen Fahrtensegler ist der SCup heute ein Pflichttermin für Segler, nicht nur aus der Steiermark. Es ist eine sportliche Fahrtensegel-Regatta auf Einheitsklassen, mit Spinnaker.
Zum zweiten Mal wurde im Rahmen dieser Regatta auch der "Steirische Landesmeister im Hochseesegeln" in einer separaten Wertung ermittelt. Neu war heuer im Vergleich zu den sechs vergangenen Jahren, daß diesmal 2 Einheitsklassen gewertet wurden, nämlich die Klasse "S" (standard Elan 31) und die Klasse "N" (Elan 31 , neue Bauform). Ein Vergleich untereinander wurde durch die neuen Wertungen "Weißes Band" (mit Yardstick) und "Blaues Band" möglich.
Die Anreise der ca. 190 Teilnehmer fand im Laufe des 26.10.2002 (Samstag) statt; am Nachmittag konnten die Boote, die vorher unter den Teilnehmern verlost worden waren, von den Crews übernommen werden, der Großteil in Sukosan, einige Boote auch in Zadar.
Erster Wettfahrttag war dann der folgende Sonntag. Pünktlich um 0800 Uhr fanden sich 35 Skipper, Wettfahrtleitung und Organisatoren zum Briefing. Regattaleiter Nikolaus Königshofer begrüßte die Teilnehmer und gab die letztgültigen Segelanweisungen aus; Jury-Vorsitzender Manfred Mosing (YCA) ging kurz auf einige besonders wichtige Regeln, speziell zum Start und zum Runden von festen Bahnmarken ein. Nach Klärung aller Fragen wurden die Bojen vom "Bojenleger" Charly Landenhammer ausgelegt. Bei bewölktem Himmel und leichten, aber stetigen Winden aus Südost wurde die erste Wettfahrt nahe der Hafeneinfahrt der Marina von Sukosan (Rt Podvara) pünktlich um 1030 Uhr gestartet. Nach kleinen Schwierigkeiten in der Nähe des Startschiffes (3 Proteste) konnte die ca. 9,5 sm lange Wettfahrt über 4 Bahnmarken nach etwa 2 Stunden erfolgreich beendet werden. Die Windverhältnisse hielten an, sodaß am selben Tag noch zwei weitere Wettfahrten mit gleichem Kurs gesegelt werden konnten. Kurz nach Einbruch der Dunkelheit waren wieder alle Boote in der Koje. Die schwierigen Protestverhandlungen dauerten bis nach 2000 Uhr an, unmittelbar danach konnten die mit Spannung erwarteten vorläufigen Ergebnislisten ausgehängt werden.
Am Montag wurde - wieder bei zunächst südlichen, aber nicht sehr stetigen Winden - die lange Wettfahrt (Hafeneinfahrt Marina Sukosan - Rt Skoljic nahe Nevidanje - rund Osljak - Hafeneinfahrt) gestartet. Bald nach dem gelungenen Start drehte der Wind zunächst auf Ost, das Feld zog sich weit auseinander. Kurz darauf drehte der Wind im nördlichen Teil des Feldes auf Nord, sodaß die anfangs weit zurückliegenden Boote unter Spinnaker die Verfolgung der über zwei Meilen vorausliegenden, noch immer hart am Wind segelnden Boote aufnehmen und den Abstand wesentlich verringern konnten. Noch vor Erreichen der festen Bahnmarke Rt Skoljic drehte der Wind wieder auf Südost und nahm Gewitter-artig zu; trotz der anfangs großen Ausdehnung des Feldes passierten dann alle Boote die erste Bahnmarke innerhalb von 8 Minuten. Unter Spinnaker ging es dann Richtung Osljak, nahe Zadar. Bei nachlassenden Winden wurden wiederum die Karten vollständig neu gemischt: Die führenden Boote kamen vor Osljak in eine Flaute und standen mit herunterhängendem Spinnaker, während einige Boote, die einen Kurs näher an Ugljan gewählt hatten, Osljak mit zunächst großem Vorsprung rundeten. Zuerst wieder unter Spinnaker auf Kurs zurück nach Sukosan mußten bei Windrehern auf Südost die Spinnaker rasch geborgen werden; das Ziel wurde dann hart am Wind erreicht. Nach sechs Stunden Wettfahrt über 20 sm passierten alle Boote innerhalb von etwa 30 Minuten das Ziel.
Am Dienstag wurde bei strahlendem, warmem Herbstwetter und wieder leichten südlichen Winden die fünfte und letzte Wettfahrt gestartet. Der ursprünglich "doppelt" geplante Dreieckskurs wurde bei abnehmenden Winden verkürzt, sodaß dann alle Boote das neue Ziel bei der vorverlegten Luvtonne noch vor 1300 Uhr erreichten.
Leider gab es auch kleine Havarien und Schäden; in den meisten Fällen gab es aber kurzfristig Ersatz und Unterstützung der Charterunternehmen. Ein Ersatz-Spi wurde beispielsweise zwischen zwei Wettfahrten mit einem Motorboot zum Startfeld gebracht!
Die Auswertungen erfolgten EDV-unterstützt innerhalb weniger Minuten, allein das Ausdrucken von etwa 180 Urkunden (in Farbe!) und von 200 verschiedenen Ergebnislisten dauerte. Wie geplant konnte die Siegerehrung aber doch um 1600 bei einem Buffet im Restaurant Gajeta, direkt neben den Stegen, stattfinden. NCA Commodore Klaus Vrecer begrüßte Teilnehmer und Funktionäre, sprach seinen Dank für die faire Teilnahme aus und Wettfahrtleiter Nik. Königshofer nahm dann die Siegerehrung vor. Bei bester Stimmung wurden Pokale der Klassenwertungen, Medaillen für die Landesmeister, das Blaue und das Weiße Band vergeben.
Sieger mit der überaus konstanten Leistung 1, 1, 2, 1, 2 wurde Skipper Gerhard Postl mit Steuermann Wiesinger auf Spada, der auch Landesmeister der Steiermark wurde, und Träger sowohl des Weißen als auch des Blauen Bandes. Rang zwei erreichte Ernst Traxler auf Kalelarga, Rang 3 Markus Pernthaler auf Zlarin, alle NCA. Einer der Favoriten, ehemaliger Sieger und Vorjahreszweiter Christian Brauner, mußte sich mit dem vierten Platz begnügen - allerdings auf dem Boot Mocire, das er vor Beginn der Regatta aus Gründen der Fairneß gegen das von ihm gezogene und allgemein favorisierte Boot Ana Maria getauscht hatte. Den Pokal für die beste Damen-Crew errang Viktoria Kotnig mit dem 11. Platz auf Ive. Die Klasse "N" gewann Raimund Gößler mit Steuermann Schelauf auf Andreja, vor Gerald Schlemmer auf Nina und Sepp Liendl auf Lena. Die jüngste Crew auf Sime mit Skipper Claudio Kotnig, mit dem Durchschnittsalter von 19,5 Jahren zum ersten Mal am Start, konnte den beachtlichen 20. Platz erreichen.
Nach der Siegerehrung gab es noch ein kurzes geselliges Zusammensein, bevor praktisch alle Teilnehmer den Heimweg antraten. Erste Voranmeldungen zum SCup 2003 wurden bereits getätigt.
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