An das zuständige italienische Ministerium und die Guardia Costiera in Italien wurde die Anfrage gerichtet, ob und welche Führerscheine für Ausländer, die Yachten unter diversen Flaggen in italienischen Hoheitsgewässern führen wollen, notwendig sind bzw. anerkannt werden. Die unten als E-Mail-Anhang folgende Antwort wurde erteilt.

Demnach gelten grundsätzlich die Vorschriften des jeweiligen Flaggenstaates für die Besetzung des Schiffes. Die Frage der Qualifikation hängt nach Auskunft des Ministeriums nicht von italienischen Vorschriften ab. Anders formuliert: Italien macht den Schiffsführern von Yachten unter fremden Flaggen keine Vorschriften über deren Befähigungsnachweise. So bedeutet das z.B. für die Schiffsführer von österreichischen Yachten, dass jene Führerscheine anerkannt werden, die auch für die österreichische Oberste Schifffahrtsbehörde o.k. sind. Das wiederum sind nach vorliegender Auskunft der OSB entsprechend der geltenden Rechtslange neben den österreichischen Befähigungsnachweisen (MSVÖ/ÖSV FB 2/3/4) auch andere (amtliche) Befähigungsnachweise.

Für die Schiffsführer von Yachten unter anderen als italienischen Flaggen sind die jeweiligen Vorschriften des Flaggenstaates zu beachten. So gelten für deutsche Yachten die deutschen Besetzungsvorschriften, für britische Yachten die britischen Besetzungsvorschriften, für kroatische Yachten die kroatischen Besetzungsvorschriften u.s.w.

Wie schon sehr oft erörtert, hat die Frage der notwendigen Qualifikation eines Schiffsführers nichts mit dessen Staatsbürgerschaft zu tun, sondern einzig und allein mit den Vorschriften des Flaggenstaates die Besetzung des Schiffes betreffend. Ansonsten könnten Nicht-Österreicher auch nicht sinnvoll österreichische Befähigungsnachweise erwerben.

Eine gleichlautende mündliche Auskunft liegt von zuständigen kroatischen Ministerium vor.

Für die Schiffsführer bedeutet das, sich vor Antritt einer Reise gründlich über die Vorschriften über die Besetzung mit Schiffsführern und anderem Personal des jeweiligen Flaggenstaates jenes Schiffes zu informieren, das sie führen wollen. Um es noch einmal klar zu betonen: Die Staatsbürgerschaft des Schiffsführers spielt dabei keine Rolle!

Mit sportlichen Grüßen
Heinz Drstak
Deutscher Hochseesportverband "Hansa" e.V. - Zweigstelle Wien

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: navig3 [mailto:navig3@infrastrutturetrasporti.it] 
Gesendet: Donnerstag, 13. Jänner 2005 11:56
An: heinz.drstak@apanet.at
Betreff: richiesta informazioni

Egr. Sig. Drstak, in merito alle informazioni richieste con la sua e-mail le comunichiamo quanto segue. 

La possibilità di comandare yachts di bandiera estera in navigazione in acque italiane non dipende dalla legge italiana. La legge di riferimento per le unità straniere in navigazione in acque italiane è quella della bandiera dello yacht, quindi i requisiti e le condizioni per il comando e le eventuali licenze dovranno essere valutate dallo Stato ove è registrata l’iscrizione dello yacht. 

Ad esempio, la normativa italiana consente ai cittadini stranieri di comandare barche italiane, ma solo a titolo gratuito.

 

Dear Mr. Drstak, regarding to the information that you have requested with your mail we communicate as following:

The possibility of commanding yachts with foreign flag navigating in Italian waters does not depend from the Italian law. The law which must be applied for foreign units navigating in Italian waters is that of the Flag State of the yacht, therefore the requisitions and the conditions for the command and for eventual licenses must be considered by the Nation where the yacht is registered.

For example, the Italian normative allows foreign citizens to command Italian boats, but only for free. 

Per ulteriori informazioni contattare:
<mailto:navig3 @ infrastrutturetrasporti . it>