Wiederholt ist die Frage nach den Bestimmungen über Vermietung und gewerbsmäßige Nutzung von Sportbooten unter deutscher Flagge hier eingelangt. Daher in Kürze ein paar Informationen zu diesem Thema, vor allem für jene, die in Zusammenhang mit Charter, Ausbildung und Prüfung auf Yachten unter deutscher Flagge fahren.

Auf Yachten unter deutscher Flagge, die vermietet oder gewerbsmäßig genutzt werden, ist die See-Sportbootverordnung (siehe Anlage!) anzuwenden. Das betrifft unter anderem die Ausrüstung und die Besetzung. Die Anwendung österreichischer Vorschriften (Jachtzulassungsverordnung) oder Vorschriften aus anderen Ländern ist nicht möglich und auch nicht zweckmäßig.

Wer also eine vermietete oder gewerblich genutzte Yacht unter deutscher Flagge auf ihren Ausrüstungszustand etc. überprüfen möchte, kann dies anhand der SeeSpbootV tun. Eine Yacht, die vermietet wird, braucht zusätzlich zu den deutschen Schiffspapieren (Flaggenzertifikat, Schiffszertifikat, Frequenzzuteilungsurkunde etc.) auch noch ein so genanntes Bootszeugnis (§ 5).

Wird eine Yacht gewerbsmäßig als Ausbildungsschiff (siehe § 2 Zif. 6) genutzt, sind zusätzlich noch ein Sicherheitszeugnis der See-Berufsgenossenschaft (§ 14) und eine Fahrerlaubnis (§ 15) erforderlich. Das heißt, die Yacht muss mit Inhabern von Sportsee- und/oder Sporthochseeschifferscheinen entsprechend der Anlage 4 zu § 15 besetzt sein. Funkerzeugnisse müssen abhängig von der Art der Funkstelle ebenfalls vorhanden sein. Das gilt entsprechend auch für deutsche Yachten im Ausland (§ 19).  

Mit sportlichen Grüßen

Heinz Drstak
Deutscher Hochseesportverband "Hansa" e.V. - Zweigstelle Wien