Der NCA Stander                                  Nautic Club Austria - Berichte (nicht nur von Mitgliedern)

 

post 30.8.2007
von Peter Leitner
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Text Matchrace-Training in Isola

 

Bericht vom Matchrace Training in Izola

Nach der erfolgreichen Titelverteidigung des Schweizer Alinghi Teams beginnt das Thema Matchraching langsam auch in Europa verstärkt auf Interesse zu stossen. Erklärter Wunsch aller diesen One-to-One Wettkämpfen verschriebenen Organisationen, ist eine Etablierung als olympische Disziplin.

Mit dem Ziel längerfristig eine möglichst grosse Verbreitung und Unterstützung zu erreichen organisiert die Womans Internal Match Racing Organisation (WIMRA) derzeit, gemeinsam mit North U dem Schulungsbereich von NorthSails, rund um den Erdball Matchrace-Intensiv-Trainings, wobei wir das Glück hatten das das erste davon praktisch "vor unserer Haustüre" im slowenischen Izola stattfand.

Mit Liz Baylies, derzeit Nr. 13 und Kathie Spithill, aktuell Nr. 6 der Weltrangliste sowie Schwester des Americas Cup Steuermanns James Spithill (Luna Rossa) waren zwei Top Trainerinnen vor Ort. Insgesamt waren 12 Segler, grossteils aus Kroatien und Slowenien, sowie eine Spanierin und wir zwei Österreicher angereist, um 3 Tage intensiv Taktik und Manöver zu trainieren, wobei zwischen Theorieeinheiten sowie anschliessend ausgiebiger Praxis mit der uns zur Verfügung gestellten Flotte von J24 Booten, abgewechselt wurde. 

Der Freitag stand ab 8h morgens im Zeichen von Vorstart- und Startphase und den verschiedenen Möglichkeiten die es gibt um das eigene Boot in eine optimale Position zu bringen und den Gegner effektiv zu kontrollieren, sowie den entsprechende Gegenmanövern. Bei aufkommendem Wind wurde dann die Theorie in kleinen Trainingseinheiten in die Praxis umgesetzt wobei auch die Mannschaften immer wieder durchgetauscht wurden um allen einen Einblick in die unterschiedlichen Positionen und deren Aufgaben zu ermöglichen. Mit Nachbesprechungen und Videonalysen endete der sehr erfolgreiche Tag dann gegen 21h.

Am Samstag hatten die Einheiten Kreuz- und Vorwindtaktik, sowie die im Matchrache wichtigen Penaltys zum Inhalt. Die Praxis auf See gestaltete sich diesmal einiges schwieriger da die herrschende Bora den Teams einiges mehr an Kraft abverlangte um die besprochenen Übungen auch in die Tat umzusetzen.

Für Sonntag stand dann eine Abschluss-Regatta auf dem Programm, bei der drei Teams im Round-Robin System gegeneinander antraten um das Gelernte in Anwendung zu bringen, wobei durchaus hart gekämpft und einiges an Adrenalin freigesetzt wurde. 
Abschliessend stellten alle Teilnehmer fest, das sie einen völlig neuen Überblick zum Thema Matchracing erhalten haben und vor allem ein Weg gezeigt wurde wie man auch entsprechende Trainings gestalten kann.

Gerade bei jungen Seglern sollte Matchracing verstärkt auf Interesse stossen, da einerseits der Ablauf um einiges temporeicher ist als bei herkömmliche Flottenregatten und vor allem der viel aggressivere Zweikampf zwischen den gegnerischen Booten einfach riesigen Spass macht. Vielleicht lässt sich ja auch irgendwann einmal bei uns eine entsprechende Szene etablieren, der "Funfaktor" wird beim Matchracen jedenfalls nicht zu kurz kommen. 

http://www.wimra.org/

Peter Leitner

Ein Foto von P. Leitner

 

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