Der NCA Stander                                  Nautic Club Austria - Berichte

 

post 19.6.2008
von Bernhard Kotnig 
(Fotos von Claudia, Peter Leitner, bk)
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Text VO70 Kosatka SEGELT!

 

Kosatka segelt!

Jetzt ist es soweit - Kosatka, der VO70 Racer des Team Russia SEGELT! Am 16.6.2008 wurde das neue Boot des russischen Syndikats in Gunwharf Quay in Portsmouth feierlich getauft und der Öffentlichkeit vorgestellt. Getauft wurde es auf den Namen "Kosatka", der russischen Bezeichnung für einen Wal. Kosatka wird
die große Reise unter dem Motto "We sail for the Whale" machen; bei der Taufe waren auch hohe Vertreter der WDCS vertreten, ein Wal wurde zu Ehren des Syndikatspräsidenten Oleg Zherebtsov auf seinen Namen Oleg getauft.

Sonntag und Montag wurde mit Ehrengästen und mit Pressevertretern gesegelt, von Gosport nach Portsmouth, von dort durch den Solent nach Cowes, wo im Corinthian Yacht Club ein Lunch serviert wurde. Zurück ging es wieder durch den Ostsolent, diesmal durch den South Channel wieder nach Gosport. Montag konnten die Vertreter der Presse beim Segeln östlich der Insel Wight das neue Wunderwerk bestaunen.

Am Abend wurde die Taufe im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in Gunwharf Quay, direkt unter dem eindrucksvollen Spinnaker Tower vorgenommen. Kosatka am Innenpier, ein großer Teil des Teams angetreten an der Reling im Spalier, gegenüber 150 staunende und applaudierende Gäste. 

Skipper und Leiter des Teams ist unser langjähriger Segelkollege und Freund Andreas Hanakamp, Direktor des Projekts ist Michael Woods (er war bereits SCup-Teilnehmer), Präsident ist Oleg Zherebtsov. Mit im Team sind noch einige Österreicher, Dr. Thomas Wallentin als Team-Jurist, unser Mitglied Frau Dr. Nina Gründler als medizinische Betreuerin und Team-Ärztin, Ruth Gründler, Waltraud Sumann (SCup-Teilnehmerin) und Udo Moser als Segler (Ersatzmann). Mit im Spalier bin auch ich gestanden, als Software-Entwickler und  Aushilfsnavigator.

Nach der beeindruckenden Zeremonie gab es eine Einladung auf den Spinnaker Tower, anschließend ein ausgezeichnetes Buffet im angeschlossenen Restaurant.

Während der beiden Vorstellungstage war auch die VO60 "Nova One" (ex Venom) im Einsatz, mit Skipper Christian Kargl (mehrfacher SCup-Teilnehmer) und unserem Clubmitglied und Laser-Wart Peter Leitner als Segler und Navigator.

Kosatka ist ein Boot der Superlative, voll von (geheimen) technischen Innovationen. Nicht ganz so geheim, aber immerhin sehr bemerkenswert sind die Stagreiter, die Genua-Holepunkte und die Verbindung Großschot - Baum. Ein anderes Kapitel ist der Schwenkkiel (ca. 8 t in 4,5 Meter Entfernung), zu dem natürlich zwei Schwerter (jedes 4,5 m lang und ca. 180 kg schwer) gehören. Das dreifach reffbare Großsegel bringt es bei einer Masthöhe von ca. 30 m auf immerhin 174 m2 (gerefft immer noch 146 m2) und der A2 auf stolze 502 m2. Da ist es sehr hilfreich, daß drei Grinder im Cockpit stehen, die gemeinsam die Winsch antreiben und an denen sechs kräftige Segler ihre Geschwindigkeit und ihre Ausdauer beweisen können.

Kosatka ist natürlich auch reichlich mit modernster Elektronik ausgestattet. Neben der Gesamtausrüstung von B&G, inklusive WTP (Wave Technologie Processor!) gibt es Radar, Funk, diverse Empfänger für Wetterdaten, Kartenplotter und elektronische Seekarten. Diese Produkte wurden von unserem langjährigen Clubmitlied Joachim Eiersberg in seiner Firma PaJu-Nautik geplant und geliefert.

Kosatka hat auch einiges von einem Motorboot, und das ist auch gut so, denn 20 kn fährt sie bald einmal. Leicht zu steuern - wenn man es richtig macht - fährt sie wie auf Schienen.

Am Dienstag nach der Taufe begann das Team mit den ersten ernsten Tests.

Bei Winden zwischen 10 und 20 Knoten wurden östlich Wight einige Genuas und einige Spinnaker ausprobiert. Höhepunkte dabei waren
G2, 13 kn Wind, AWA 75°, BSP 15 kn
A3, 17 kn Wind, AWA 70°, BSP 20 kn
J4, 16 kn Wind AWA 18°(!), BSP 10 kn

Das Boot fährt dann mit einer Krängung nahe 30°, nur ein kleiner Teil des Unterwasserschiffes taucht ein, hinten ziehen wir eine Wassernarbe nach - eben wie ein Motorboot. Bei idealer Krängung steht das leeseitige Ruderblatt günstig im Wasser, das luvseitige ist fast heraußen und verringert so die Reibung.

Kosatka ist eine hochentwickelte Rennmaschine, eine Super Perfomance Machine; aber wehe, man hält sie nicht unter Kontrolle.

Die ersten Tests waren so beeindruckend, daß wir wünschen und hoffen können: Kosatka wird vorn dabei sein!

Alles Gute für Andreas und sein Team!

 

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